#14: „Den inneren Schweinehund überwinden - Wie Du es schaffst endlich regelmäßig deinen Gesang zu Üben.“ 

„Den inneren Schweinehund überwinden - Wie Du es schaffst endlich regelmäßig deinen Gesang zu Üben.“ 

Ich habe mich oft gefragt wie es kommt, dass es einigen Schülerinnen ganz leicht fällt eine regelmäßige Übe-Routine zu finden während andere sehr damit zu kämpfen haben. Und ja, ich war zu Zeiten meiner Gesangsausbildung auch nicht immer die Vorzeige-Übe-Studentin...Welche Faktoren beeinflussen unsere Disziplin und welche Faktoren beeinflussen inwieweit wir in der Lage sind, unseren inneren Schweinehund zu überwinden? In diesem Artikel erfährst Du,  wie du deine Selbstdisziplin verbessern kannst, Du lernst die 4 Verhaltenstypen kennen und wirst besser verstehen, warum Du tickst wie Du tickst und erhältst am Ende noch 9 Tipps wie Du deine Übe- Motivation steigern kannst. 

1. Deine Selbstdisziplin verbessern 

Wusstest Du dass es beim Erlernen einer Fähigkeit viel mehr auf die Disziplin ankommt als auf das Talent? Oftmals sind sogar talentiertere Menschen etwas fauler als weniger talentierte, denn sie ruhen sich gerne mal auf ihrem Talent aus. Und so kann jemand mit viel Fleiß und Disziplin später viel weiter kommen als ein vermeintliches Talent. 

Dein Warum 

Um deine Selbstdisziplin verbessern zu können, muss Dir dein WARUM ganz klar sein. 

Du musst dein Ziel klar vor Augen haben, deinen Leitstern in der Ferne sehen, deine Vision finden...Ist es vielleicht der Auftritt auf dem Familienfest der dir vorschwebt, möchtest Du bei einem Casting mitmachen, träumst Du von einem Auftritt vor deiner Schule oder möchtest Du Cover-Video’s auf Youtube hochladen, Gesang studieren, mit einer Band spielen? Oder willst Du endlich sicher genug sein dich zu trauen in einem Chor mitzusingen oder möchtest Du endlich in der Lage sein ohne heiser zu werden mit deinen Kindern zu singen? Was ist dein Fernziel, dein WARUM? Wichtig: es sollte realistisch sein und ein wenig Respekt sollte es Dir auch machen, also denke ruhig außerhalb deiner Komfortzone, es sollte ein freudiges Britzeln in Dir auslösen:).

Einen Plan machen 

Wenn Du dein WARUM gefunden hast, gilt es einen Plan zu machen. Mit einem Plan bekommst Du einen guten Überblick. Du kannst aufschreiben,  wann Du dein Ziel erreichen möchtest, was Du auf dem Weg zu deinem Fernziel alles dafür tun musst...Du kannst den Weg zu deinem Fernziel also in viele kleine Zwischenschritte einteilen und diese dann auch abhaken, das gibt Dir kleine Erfolgserlebnisse und entlastet dein Gehirn. 

Verabrede Dich mit Dir selber 

Schaffe Dir regelmäßig kleine Inseln zum Üben und halte sie strickt ein. Vielleicht hast Du schon einmal davon gehört dass es 30 Tage an Wiederholung braucht um ein neues Verhalten als Gewohnheit zu etablieren. Eine 30-Tage Challenge kann Dir helfen sich darauf einzulassen, auch weil es sich durch die Zeiteingrenzung auf 30 Tage machbarer und schmackhafter für dein Unterbewusstsein anhört. Es ist dann eher wie ein Experiment und hat nicht diese Schwere  von „für immer“. Wichtig: Halte die Verabredungen mit dir selber innerhalb der Challenge akribisch ein. 

Suche Dir Mitstreiter 

Wir kennen es vom Sport dass es uns manchmal leichter fällt wenn wir einen Sport-Buddy haben...vielleicht hast Du Freundinnen die auch singen  und mit denen Du gemeinsam Üben kannst? Das motiviert zusätzlich. 

  

 2. Sage mir deinen Verhaltenstypus und ich sage Dir wann Du übst: 

In ihrem Buch „Die 4 Happiness-Typen“ behandelt Gretchen Rubin das Thema Erwartungen und wie Menschen unterschiedlich damit umgehen. Sie unterteilt die Erwartungen in 

- Innere ( die wir an uns selber stellen z.B. Singen Üben, tägliches Laufen etc.) und 

 - Äußere Erwartungen (die andere an uns stellen z.B. Einen Termin einhalten, Anfragen von Freunden zu beantworten etc.). 

Ich stelle Dir hier ihre 4 Grundverhaltenstypen vor und vielleicht erkennst du dich ja auch irgendwo wieder: 

1. Die Pflichterfüller erfüllen in der Regel innere & äußere Erwartungen problemlos. Sie sind immer pünktlich, halten Fristen ein und setzen z.B. ihre Neujahrsvorsätze alle um.  

2. Die Hinterfrager stellen alle äußeren Erwartungen in Frage und werden Ihnen nur dann entsprechen, wenn sie diese für sinnvoll erachten. Sie tun nichts, nur weil sie darum gebeten werden, sie müssen es für gerechtfertigt halten. Inneren Erwartungen kommen die leicht nach. 

3. Die Teamplayer neigen dazu, äußere Erwartungen zu erfüllen, finden es dann aber schwieriger ihre eigenen zu erfüllen. Sie sind steht’s hilfsbereit, das wird auch ausgenutzt.  

3. Die Rebellen wehren sich gegen alle inneren oder äußeren Erwartungen. Sie wollen ihr eigenes Ding machen und verweigern sich jeglichem Erwartungsdruck.  

Kannst Du schon eine Tendenz erkennen, wo du dich einordnen würdest? Mischformen sind auch möglich, z.B.  als Pflichterfüller-Teamplayer, Hinterfrager-Rebell etc. 

Wie kann dir das Wissen über die 4 Grundverhaltenstypen helfen eine bessere Übe-Routune zu finden? 

Wenn Du ein Pflichterfüller bist, wirst Du vielleicht gar nicht weiterlesen, weil Du keine Probleme hast, regelmäßig zu Üben. Wenn Du etwas willst, richtest Du dein Mind-Set daraufhin aus und erledigst es. Und wenn nicht, wirst Du höchstwahrscheinlich gut mit einer festgelegten Routine oder einem Zeitplan klarkommen. To-do Listen sind nämlich genau Deins und Du liebst es sie abzuhaken. Du hast nur wenig Verständnis für andere, die nicht so diszipliniert sind. 

Wenn du glaubst, dass du ein Hinterfrager bist, wirst du dich vielleicht ein wenig in einer Art Analysier-Schlaufe wiederfinden. Die Hinterfrager wollen erst mal ALLES verstehen, bevor sie sich zu etwas verpflichten. Deshalb stelle immer alle Fragen die dich bewegen solange bis  dir der Sinn von einer Gesangs-Übung  klar ist.  Denn solange Du den Sinn einer Übung nicht verstehst, wirst du sie Zuhause nicht ausführen wollen, sei dir dieses Mechanismus bewusst. 

Die Teamplayer – diese Typologie ist vor allem für ihr Umfeld von Vorteil, weil sie super hilfsbereit sind, aber das kann für sie zu Stress werden. Warum fällt es ihnen so schwer sich zu motivieren, an ihren eigenen Zielen zu arbeiten? Warum tun sie alles für jemand anderen, aber nicht für sich selbst? Im Gesangs-Üben-Kontext könnte es für diese Typen hilfreich sein mit einer Freundin zusammen Unterricht zu nehmen oder sich zum Üben zu verabreden! 

Und nun zu den Rebellen. Falls Du ein Rebell bist, machst Du dir da keinen Kopf, du bringst dir wahrscheinlich selbst das Singen bei und brauchst keinen meiner BeiträgeJ 

Du brauchst ganz viel Freiheit beim Lernen und gehst lieber mit deinem persönlichen Flow. Schon die Verpflichtung einer regelmäßigen Gesangsstunde könnte Dir zu viel sein. Für Dich sind daher Online-Kurse gut geeignet, die Du ganz nach deiner Laune und in deinem Tempo durcharbeiten kannst. 

 

3. Neun Tipps deine Motivation zu steigern (aus der Karriere-Bibel

 

1. Demotivation abbauen. 

Werde Dir klar darüber, was Dich am Üben demotiviert. Liste  alle Punkte auf und schaffen sie soweit das geht ab. 

2. Motivierende Dinge. 

Weißt Du was dich motiviert? Welche Gründe und Dinge lassen dich so üben, dass Du darüber die Zeit vergisst? Liste alles auf was dir einfällt. 

3. Motivation durch Visualisierung. 

Was wirst du erreichen wenn Du übst? Stelle Dir  deinen Erfolg vor deinem inneren Auge vor. Das sollte dir helfen, den inneren Drang zu wecken, diese Vorstellung in die Wirklichkeit umzusetzen. 

4. Motivation durch Gefühle. 

Bringe positive Gefühle mit deinen Zielen und Aufgaben in Verbindung. Gefühle untersteichen diese, geben uns zusätzliche und langfristige Motivation. 

5.Motivation durch Belohnung. 

Belohnen dich für deine getane Arbeit. Auch kleine Teilerfolge sollten belohnt werden. Als Reaktion darauf verbindet das Gehirn das Üben mit etwas Positiven. Mit diesem Trick baut man einige Motivationsprobleme langfristig ab. 

6.Motivation durch Erinnerung. 

Notiere Dir deine Anreize einzeln auf kleinen DIN A7 Kärtchen. Stelle im täglichen Wechsel ein Kärtchen in dein Blickfeld, wo Du es immer wieder wahrnimmst. 

7.Motivation durch Zeitdruck. 

Viele Menschen lassen sich durch eine Deadline motivieren. Nutze  auch das für dich, indem Du dir selbst Termine zum Üben setzt. 

8. Motivation durch das richtige Maß. 

Nimm Dir nicht zu viel vor, lieber täglich 5 konzentrierte Minuten als einmal die Woche 60 Minuten. 

9. Motivation durch Angst. 

Mache Dir klar, was passiert, wenn Du nicht übst, was resultiert daraus?

 

Schlusswort

Ich hoffe dass Dir mein Artikel geholfen hat neue Erkenntnisse zu gewinnen und Du jetzt vielleicht motiviert bist, eine neue Übe-Motivation zu entwickeln. Dein Übe-Verhalten wird einfach dazu beitragen wie schnell Du dein Ziel erreichst. Vielleicht hast du aber auch gar kein Ziel und möchtest dich ab und zu mit deiner Stimme beschäftigen, auch das ist völlig ok. Solltest Du Dir allerdings ein Ziel gesteckt haben, dann wünsche ich Dir für den Weg dorthin die genügende Portion Motivation und Disziplin deinem Ziel Schritt für Schritt näher zu kommen. Und wenn Du Unterstützung brauchst, bin ich gerne für Dich da!

Wie Du besonders effektiv übst, erfährst Du in meinem Blogartikel "Übung macht den Meister- 4 Tipps zum effektiveren Üben"

Schreibe mir gerne in die Kommentare wie es mit deiner Übe-Routine aussieht und was für ein Verhaltenstyp Du bist. Ich freu mich von Dir zu hören  

  
    
 

 
 
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